Abdeckungs- und Sichtbarkeitsanforderungen analysieren
Eine der wichtigsten Überlegungen bei der Auswahl eines Netzwerk-Scanning-Tools ist seine Fähigkeit, jedes einzelne Asset in Ihrem Netzwerk zu erfassen.
Dies geht weit über traditionelle On-Premise-Geräte hinaus und schließt virtuelle Maschinen, Cloud-Workloads, mobile Endgeräte und, falls vorhanden, Betriebstechnologie (OT) wie industrielle Steuerungssysteme (ICS) oder IoT-Geräte mit ein.
Warum ist das wichtig?
Angreifer nutzen häufig weniger sichtbare oder unverwaltete Assets aus, um sich ersten Zugriff zu verschaffen. Ein Scanner, der nur gängige Geräte erkennt, kann erhebliche blinde Flecken hinterlassen und Ihre Umgebung gefährden.
Wenn sich Ihre Infrastruktur über mehrere Umgebungen erstreckt, sollten Sie ein Tool wählen, das Ihnen einen einheitlichen Überblick über Ihre gesamte Angriffsfläche bietet.
Einige Netzwerk-Scanner bieten beispielsweise eine integrierte Unterstützung für Cloud-APIs, um dynamische Workloads und Container zu erkennen, während andere auf das Scannen industrieller Umgebungen spezialisiert sind.
Wenn Sie Ihre Asset-Landschaft im Vorfeld genau kennen, hilft Ihnen das dabei, einen Scanner auszuwählen, dessen Abdeckung exakt auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.
Sie wünschen sich eine einheitliche Sichtbarkeit über On-Premise-, Cloud- und OT-Umgebungen hinweg? Erfahren Sie, wie eine integrierte Scanning-Lösung Ihre Cyber Exposure reduzieren kann.
Unterstützte Scantypen evaluieren
Unterschiedliche Scantechniken dienen unterschiedlichen Zwecken. Suchen Sie nach einem robusten Tool, das aktives und passives Scannen unterstützt:
Aktives Scannen sendet gezielte Abfragen, um offene Ports, Dienste und Schwachstellen aufzuspüren. Das funktioniert hervorragend – kann jedoch sensible Systeme beeinträchtigen oder Fehlalarme in Ihren Intrusion-Detection-Systemen auslösen.
Passives Scannen überwacht den Netzwerkverkehr unbemerkt, um Geräte und ungewöhnliche Aktivitäten zu erkennen, ohne dabei direkt einzugreifen. Dies ist relevant in Bereichen, in denen aktive Scans Probleme verursachen könnten, wie z. B. in Krankenhaus- oder Produktionsnetzwerken.
Beim agentbasierten Scannen wird ein schlanker Software-Agent direkt auf Endgeräten wie Laptops, Servern und Cloud-Instanzen installiert. Diese Agents melden Schwachstellen und Konfigurationsprobleme direkt vom Host aus und liefern so detaillierte und präzise Daten – ganz ohne netzwerkweite Scans oder Anmeldedaten.
Diese Methode ist ideal, um eine Remote-Mitarbeiter, kurzlebige Cloud-Assets und Geräte abzusichern, die häufig von Ihrem Netzwerk getrennt sind.
Die Wahl eines Scanners, der beide Methoden kombiniert, liefert Ihnen ein vollständiges und genaues Bild Ihres Netzwerks, sodass Sie kurzzeitig verbundene Geräte oder nicht autorisierte Verbindungen aufdecken können, die sonst unbemerkt bleiben könnten.
Zudem bietet passives Scannen eine kontinuierliche Abdeckung, sodass Sie Echtzeitänderungen immer einen Schritt voraus sind.
Fähigkeiten zur Erkennung von Schwachstellen bewerten
Während viele Scanner lediglich Geräte und offene Ports identifizieren, gehen die besten Tools noch viel weiter, indem sie spezifische Schwachstellen erkennen. Dazu gehören fehlende Patches, veraltete oder anfällige Softwareversionen, Fehlkonfigurationen und bekannte Exploit-Pfade.
Suchen Sie nach Scannern, die regelmäßig aktualisierte Schwachstellendatenbanken integrieren, wie die National Vulnerability Database (NVD) und das Common Vulnerabilities and Exposures (CVE)-System sowie andere Threat-Intelligence-Feeds, damit der Scanner stets die neuesten Bedrohungen erkennen und False Positives reduzieren kann, die Ihr Team überfordern können.
Zum Beispiel können einige fortschrittliche Tools Schwachstellen mit der Exploit-Verfügbarkeit korrelieren, damit Sie mehr Kontext haben, um die Behebung zu priorisieren.
Authentifiziertes Scannen (Credentialed Scanning) erwägen
Credentialed-Scans bzw. authentifizierte Scans erhöhen die Genauigkeit der Schwachstellenerkennung erheblich. Diese Art des Scannens ermöglicht es dem Scanner, sich bei Systemen anzumelden und interne Details wie installierte Software, Patch-Levels und Sicherheitskonfigurationen zu untersuchen.
Diese tiefere Sichtbarkeit deckt oft Probleme auf, die externe Scans übersehen, wie zum Beispiel schwache lokale Berechtigungen, fehlende Sicherheitspatches oder unautorisierte Software.
Allerdings sind Sie beim authentifizierten Scannen für die Verwaltung und den Schutz der jeweiligen Anmeldeinformationen verantwortlich.
Wählen Sie Tools, die sich in Passwort-Tresore oder Credential-Manager integrieren lassen, um Zugriffsinformationen sicher zu speichern und zu rotieren, ohne Ihre sensiblen Daten zu gefährden.
Scans mit Anmeldedaten erfordern unter Umständen auch eine Abstimmung mit anderen Systemverantwortlichen und Compliance-Richtlinien, aber ihre Vorteile und die geringere Anzahl an Fehlalarmen machen sie zu einer lohnenden Investition.
Features für Risikobewertung und Reporting priorisieren
Ein leistungsstarkes Tool für Netzwerk-Scans hilft Ihnen dabei, über reine Rohdaten hinauszugehen, indem es eine präzise, risikobasierte Priorisierung bietet.
Seit Jahren verließen sich Teams fast ausschließlich auf das Common Vulnerability Scoring System (CVSS), das oft Tausende von Schwachstellen als hoch oder kritisch einstuft.
Moderne Tools gehen über diese statische Bewertung hinaus, indem sie Schwachstellen anhand eines umfassenderen Kontextes evaluieren. Dazu gehören die aktive Ausnutzbarkeit in der Praxis (d.h. ist Malware bekannt, die diese Sicherheitslücke nutzt?), der Schweregrad, die geschäftliche Relevanz des betroffenen Systems und dessen Anbindung an das Internet.
Dieser vielschichtige Ansatz hilft Ihrem Team, die Behebung auf den Bruchteil der Schwachstellen zu konzentrieren, die eine echte, unmittelbare Bedrohung für Ihr Unternehmen darstellen.
Suchen Sie nach Scannern mit anpassbaren Dashboards und Berichtsfunktionen.
Klare, prägnante Berichte erleichtern die Kommunikation mit Stakeholdern – von technischen Teams bis hin zur Führungsebene. Das macht es einfacher, den Sicherheitsstatus nachzuweisen und Investitionen zu rechtfertigen.
Automatisierte Warnmeldungen bei hochriskanten Schwachstellen oder der Erkennung neuer Assets verkürzen die Reaktionszeiten und unterstützen so eine kontinuierliche Sicherheit.
Haben Sie Probleme mit zu vielen Warnmeldungen mit hohem Schweregrad? Erfahren Sie, wie ein Schwachstellenmanagement-Tool mit risikobasierten Priorisierungsfunktionen Ihnen helfen kann, sich auf Ihre kritischsten Schwachstellen zu konzentrieren.
Skalierbarkeit und Leistung verifizieren
Ihr Netzwerk-Scan-Tool sollte mit Ihnen skalieren, ohne die Komplexität zu erhöhen. Stellen Sie sicher, dass das Tool reibungslos skaliert werden kann, um wachsende Umgebungen abzudecken, ohne dass es zu Leistungsengpässen kommt.
Achten Sie auf Funktionen wie verteilte Scan-Engines, die Sie über verschiedene Netzwerksegmente oder Cloud-Umgebungen hinweg bereitstellen können, eine Cloud-native Architektur, die Ressourcen dynamisch zuweist, und effiziente Datenverarbeitungsfunktionen. Diese Funktionen stellen sicher, dass Sie neue Standorte, Cloud-Konten oder Gerätetypen integrieren können, wenn sich Ihre Infrastruktur weiterentwickelt.
Prüfen Sie, ob das Tool neben geplanten Scans auch kontinuierliches Scannen unterstützt, damit Sie die Intensität und Häufigkeit der Scans flexibel an Ihre geschäftlichen Anforderungen und Ihre Risikotoleranz anpassen können.
Skalierbare Tools erleichtern zudem das Onboarding neuer Standorte, Cloud-Konten oder Gerätetypen im Zuge der Weiterentwicklung Ihrer Infrastruktur.
Compliance und regulatorische Unterstützung prüfen
Viele Unternehmen unterliegen strengen regulatorischen Rahmenbedingungen wie PCI DSS, HIPAA, SOX oder NIST.
Die Wahl eines Netzwerk-Scanning-Tools mit integrierten Compliance-Vorlagen, automatischer Berichterstattung und revisionssicherer Dokumentation erleichtert die Erfüllung dieser Anforderungen.
Diese Tools sind grundlegend für die „Check“- und „Act“-Phasen (Überprüfen und Handeln) des kontinuierlichen Verbesserungszyklus (Plan-Do-Check-Act), der im Mittelpunkt vieler Regularien steht.
Benutzerfreundlichkeit und Integrationsfähigkeit bewerten
Schließlich sollte auch berücksichtigt werden, wie einfach sich das Tool bereitstellen, konfigurieren und warten lässt. Eine benutzerfreundliche Oberfläche reduziert Konfigurationsfehler, die dazu führen könnten, dass Schwachstellen übersehen werden.
Integration in Ihre bestehende Sicherheitsinfrastruktur, wie z.B. Schwachstellenmanagement-Plattformen, Ticketing-System, SIEM-Systeme (Security Information and Event Management) und Orchestrierungstools, damit Sie Workflows automatisieren und Incident Response beschleunigen können.
Zum Beispiel kann die Integration mit einer SOAR-Plattform einen vollständigen Workflow automatisieren:
- Auslöser: Der Netzwerk-Scanner entdeckt eine kritische Schwachstelle, z. B. Log4j, auf einem öffentlich zugänglichen Webserver.
- Anreicherung: Die SOAR-Plattform fragt automatisch Asset-Details beim Scanner ab, prüft Bedrohungsdaten-Feeds (Threat Intelligence) auf aktive Exploits und schlägt den Systemverantwortlichen in einer Konfigurationsmanagement-Datenbank (CMDB) nach.
- Aktion: Anschließend erstellt sie ein Ticket mit hoher Priorität in Jira oder ServiceNow, das direkt dem Serververantwortlichen zugewiesen wird, und sendet gleichzeitig eine Benachrichtigung an Ihr Sicherheitsteam.
Die Wahl des richtigen Netzwerk-Scanners erfordert eine Abwägung zwischen umfassender Abdeckung, detaillierter Schwachstellenerkennung, Skalierbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und regulatorischer Unterstützung.
Durch sorgfältige Bewertung dieser Faktoren und deren Abstimmung mit Ihren Netzwerk- und Sicherheitszielen können Sie ein Tool auswählen, das Ihre Sicherheitslage stärkt, die Transparenz verbessert und Ihnen hilft, schnell auf neue Bedrohungen zu reagieren.
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