Privileged Access Management (PAM)

Zuletzt aktualisiert | 27. Januar 2026 |

Konzepte und Best Practices

Privileged Access Management (PAM) hilft Ihnen, den Zugriff auf kritische Systeme, Tools und Daten zu steuern und zu überwachen. PAM setzt das Least-Privilege-Prinzip durch, begrenzt die Zeit, in der Benutzer erhöhte Zugriffsrechte haben, und gibt Ihren Sicherheitsteams Transparenz darüber, wer wann auf was zugreifen kann und warum.

Was ist Privileged Access Management (PAM)?

Bestimmte Benutzer benötigen höhere Zugriffsrechte als andere, z. B. System-, Netzwerk- und Sicherheitsadministratoren, DevOps-Ingenieure sowie bestimmte Mitglieder der Finanzabteilung und der Unternehmensleitung. 

Wenn Sie erhöhte Berechtigungen nicht streng verwalten, können sie dem Missbrauch von Zugangsdaten, Insider-Bedrohungen sowie der versehentlichen Preisgabe von Daten Tür und Tor öffnen. 

Wenn Sie einen breiten Zugriff ohne klare Grenzen gewähren, erhöht sich das Risiko für Ihre besonders sensiblen Systeme.

PAM gibt Ihnen die Tools an die Hand, um den Zugriff zu steuern. Mit PAM können Sie Richtlinien durchsetzen, die risikoreiche Berechtigungen beschränken, überwachen und überprüfen. Es unterstützt Sie dabei, die Größe Ihrer ausnutzbaren Angriffsfläche zu reduzieren und böswillige Insider und externe Angreifer daran zu hindern, Zugang zu Ihren Kritischsten Systeme und Daten zu erlangen – zwei Hauptziele der Identitätssicherheit.

Warum privilegierter Zugriff wichtig ist

Privilegierte Konten stellen ein erhebliches Risiko dar, wenn sie kompromittiert werden. 

Egal, ob es sich um einen Domain-Administrator, eine Kubernetes-Cluster-Rolle oder einen Datenbank-Superuser handelt, diese Konten haben oft umfassenden, uneingeschränkten Zugriff auf sensible Systeme. Wenn ein Angreifer auf diese Anmeldeinformationen zugreift, kann er Daten exfiltrieren, Malware bereitstellen oder Systeme herunterfahren, manchmal ohne dass ein Alarm ausgelöst wird.

Deshalb ist privilegierter Zugriff eines der wertvollsten Ziele für Angreifer. Und es ist der Grund, warum Sicherheitsverantwortliche PAM im Rahmen einer Zero-Trust-Strategie Priorität einräumen.

Was Sie mithilfe von PAM steuern können

PAM-Lösungen helfen Ihnen bei der Verwaltung und Überwachung des Zugriffs auf Folgendes:

  • Infrastruktur: Server, Datenbanken, Netzwerkgeräte
  • Anwendungen: Verwaltungskonsolen, Konfigurationsportale
  • Cloud-Umgebungen: IAM-Rollen in AWS, Google Cloud und Azure
  • DevOps-Tools: Pipelines, Container, Kubernetes-Cluster
  • Zugriff durch Dritte: Anbieter, Auftragnehmer und Servicekonten

Das Ziel ist einfach: Erhöhten Zugriff nur dann zu gewähren, wenn ein Benutzer ihn benötigt, und zwar so kurz wie möglich und mit Einblick in die Zugriffsmuster und die Nutzung von Berechtigungen.

Komponenten von Privileged Access Management

Just-in-Time(JIT)-Zugriff

Bei JIT-Zugriff erhalten Benutzer nur für eine begrenzte Zeit erhöhte Zugriffsrechte. Sobald eine Aufgabe abgeschlossen ist, erlischt der Zugriff automatisch. Dadurch wird die Gefahr verringert, dass Missbrauch betrieben wird oder vergessene Berechtigungen in Ihrer Umgebung verbleiben.

JIT unterstützt das Least-Privilege-Prinzip, indem es sicherstellt, dass Benutzer nur dann dauerhaften Zugang zu sensiblen Systemen erhalten, wenn sie ihn wirklich benötigen. 

Verwaltung von privilegierten Sitzungen

PAM-Tools überwachen, erfassen und protokollieren alle privilegierten Benutzersitzungen. Wenn etwas Verdächtiges passiert, wie z. B. eine ungewöhnliche Skriptausführung oder ein unbefugter Dateizugriff, wissen Sie, von wem, wann und von welcher IP-Adresse und von welchem geografischen Standort aus dies erfolgte.

Dieser Audit Trail ist für die Compliance und für Untersuchungen von entscheidender Bedeutung. Darüber hinaus trägt sie zur Abwehr von Insider-Bedrohungen bei.

Sichere Speicherung von Zugangsdaten (Credential Vaulting) und regelmäßige Passwortrotation

PAM-Tools können privilegierte Zugangsdaten in verschlüsselten Tresoren speichern und Passwörter, Token oder Secure-Shell-Schlüssel (SSH) nach jeder Verwendung automatisch rotieren. Die Benutzer müssen keine gemeinsam genutzten Zugangsdaten mehr kennen oder verwalten.

Die Rotation von Zugangsdaten schützt vor der Wiederverwendung von Passwörtern, Phishing und Token-Diebstahl, insbesondere in DevOps-Umgebungen, in denen die sogenannte „Secrets Sprawl“ (unkontrollierte Verteilung sensibler Zugangsdaten) ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. 

Workflows für die Zugriffsgenehmigung

Wenn jemand erhöhte Zugriffsrechte benötigt, stellt diese Person einen Antrag über einen PAM Workflow. Der Antrag wird an einen Genehmiger weitergeleitet, der ihn genehmigen, ablehnen oder zusätzliche Informationen anfordern kann. Diese Workflows helfen dabei, die Absicht zu dokumentieren und die menschliche Aufsicht zu gewährleisten, bevor privilegierter Zugriff gewährt wird.

Sie können diese Workflows auch in Playbooks für das Incident-Response-Management oder in Änderungsmanagement-Prozesse integrieren, um die Einhaltung von Richtlinien durchzusetzen.

Wie PAM Zero Trust und Least Privilege unterstützt

Mit PAM können Sie Zero Trust durchsetzen, indem Sie überprüfen, wer wann auf was zugreift. Es arbeitet direkt mit dem Modell der geringsten Rechte zusammen, indem es übermäßig autorisierte Konten einschränkt und den Benutzern nur den Zugriff gewährt, den sie benötigen, und zwar für die Zeit, die sie benötigen.

Ohne PAM besteht die Gefahr, dass Benutzer im Laufe der Zeit immer mehr Zugriffsrechte erhalten. Es ist ein Problem, das als schleichende Rechteausweitung bezeichnet wird. Wenn sich diese Berechtigungen häufen, vergrößert sich der Wirkungsradius eines Angriffs, wenn Bedrohungsakteure Anmeldedaten kompromittieren.

PAM-Anwendungsfälle in realen Umgebungen

Sie können PAM beispielsweise für Folgendes einsetzen:

  • Einem Drittanbieter zeitlich begrenzten Zugang zu einer Datenbank gewähren
  • Einem DevOps-Ingenieur vorübergehende Kubernetes-Admin-Rechte für eine Bereitstellung gewähren
  • Einem Systemadministrator Wochenendzugriff gewähren, um Updates durchzuführen, ohne Zugangsdaten dauerhaft zu gefährden
  • Erkennen, wenn ein Benutzer privilegierte Befehle außerhalb seiner regulären Arbeitszeiten ausführt

PAM ist besonders wertvoll in Cloud- und Hybrid-Umgebungen, in denen Identitäten komplex sind und Zugriffsbeschränkungen sich ständig verändern.

PAM und Exposure Management

Privilegierter Zugang spielt in vielen Exposure Management-Szenarien eine kritische Rolle. Angreifer müssen nicht unbedingt mit einem privilegierten Konto beginnen. Sie brauchen lediglich einen Weg dorthin.

Genau hier werden überberechtigte Dienstkonten, fehlkonfigurierte Rollen oder inaktive Administratoren zu Sicherheitsrisiken. Sobald der Bedrohungsakteur diese Konten entdeckt hat, können diese Konten Angreifer zu Ihren sensibelsten Systemen leiten.

PAM blockiert diese Angriffspfade, bevor Bedrohungsakteure sie ausnutzen können. Indem Sie das Least-Privilege-Prinzip durchsetzen, Just-in-Time-Zugriff automatisieren und ungenutzte Anmeldedaten beseitigen, können Sie die Zahl der Einstiegspunkte reduzieren, die ein Angreifer ausnutzen kann.

Bei Einbindung in Ihr Exposure Management-Programm unterstützt PAM Sie bei Folgendem:

  • Visualisierung und Unterbrechung privilegienbasierter Angriffspfade über Cloud, Identitäten und Infrastruktur
  • Identifizierung riskanter Berechtigungskombinationen, die Benutzer, Rollen und Ressourcen umfassen
  • Eindämmung lateraler Bewegungen durch die Einschränkung des Zugriffs auf kritische Systeme und Assets
  • Reduzierung der Angriffsfläche durch kontinuierliche Bereinigung von überflüssigen Berechtigungen und ungenutzten Konten

Mit der Exposure Management-Plattform Tenable One erhalten Sie einen einheitlichen Überblick über Benutzerberechtigungen, Cloud-Berechtigungen und vernetzte Infrastrukturen. So können Sie gefährliche Berechtigungspfade identifizieren, sie mit anderen Risikofaktoren wie Fehlkonfigurationen oder Angriffstechniken in Beziehung setzen und gezielte Maßnahmen ergreifen, bevor Angreifer dies tun.

PAM beschränkt übermäßige Zugriffsrechte. Exposure Management schränkt die Möglichkeiten ein, diese auszunutzen. Gemeinsam helfen sie Ihnen dabei, Risiken vorherzusehen, zu priorisieren und zu eliminieren.

Fordern Sie eine Demoversion von Tenable One an, um zu sehen, wie einheitliches Exposure Management und PAM Ihnen dabei helfen können, Risiken zu visualisieren, übermäßige Berechtigungen zu eliminieren und Lateral Movement zu stoppen.

PAM und Schwachstellenmanagement

Zugriffskontrolle ist nur ein Teil der Gleichung. Wenn sich ein privilegierter Benutzer in ein System mit bekannten Schwachstellen einloggen kann, öffnet man dennoch eine Tür für Angreifer.

Deshalb müssen Privileged Access Management und Vulnerability Management zusammenarbeiten. 

Privilegierte Konten stellen häufig eine Verbindung zu kritischen Assets wie Cloud-Services, Datenbanken oder Legacy-Infrastrukturen her, die möglicherweise ungepatchte Sicherheitslücken oder Fehlkonfigurationen aufweisen. Wenn böswillige Akteure diese Systeme kompromittieren, können sie erhöhte Berechtigungen ausnutzen, um tiefer in Ihre Umgebung einzudringen.

Durch die Verknüpfung von PAM mit Schwachstellendaten können Sie:

  • Überprivilegierte Benutzern auf Hochrisikosystemen identifizieren
  • Priorisieren, welche Konten auf der Grundlage der Schwachstellen, auf die sie zugreifen können, eingeschränkt werden sollen
  • Ruhende Administratorkonten, die mit ungepatchten oder ungeschützten Ressourcen verbunden sind
  • Angriffspfade reduzieren, die durch eine Kombination aus übermäßigem Zugriff und bekannten Schwachstellen entstehen

Mit Tenable One können Sie Daten zu Identitäts-, Schwachstellen- und Cloud-Fehlkonfigurationen in einer Plattform kombinieren. Auf diese Weise können Sie sich einen Überblick über das gesamte Risiko verschaffen und auf die privilegierten Konten mit dem größten Potenzial für Exploits einwirken.

PAM hilft Ihnen, den Zugriff zu beschränken. Schwachstellenmanagement hilft Ihnen, die Exposure zu begrenzen. Gemeinsam bieten sie Ihnen eine stärkere, proaktivere Verteidigung.

Fordern Sie eine Demo von Tenable One an, um herauszufinden, welche privilegierten Konten Zugriff auf Ihre anfälligsten Systeme haben. So können Sie Angriffspfade einschränken und Bedrohungen stoppen, bevor sie sich ausbreiten.

Best Practiced für PAM

  • Erzwingen Sie konsequent MFA, bevor Sie privilegierten Zugriff gewähren.
  • Verwenden Sie Just-in-Time-Zugriff, um die Dauer von Berechtigungen zu begrenzen.
  • Führen Sie regelmäßige Überprüfung und Audit privilegierter Rollen und Konten durch.
  • Rotieren Sie Zugangsdaten automatisch und entfernen Sie hartkodierte Geheimnisse.
  • Überwachen Sie alle privilegierten Sitzungen mit Echtzeit-Warnungen.
  • Integrieren Sie PAM in Ihre CI/CD- und DevOps-Pipelines.

PAM verbessert die Rechenschaftspflicht, erhöht die Sichtbarkeit und hilft Ihnen, konform zu bleiben. Wenn Angreifer keine Rechteausweitung vornehmen können, schränkt dies ihre Möglichkeiten ein, sich seitlich zu bewegen, Daten zu stehlen oder Schaden anzurichten.

Durch die Kombination von PAM mit Echtzeit-Transparenz über Identitäten und automatischer Risikobewertung können Sie ein proaktiveres Sicherheitskonzept aufbauen, das Identitätsbedrohungen stoppt, bevor sie sich ausbreiten.

Privileged Access Management (PAM) – FAQ

Was ist privilegierter Zugriff?
Privilegierter Zugriff bezieht sich auf erhöhte Berechtigungen, die es Benutzern ermöglichen, Änderungen auf Systemebene vorzunehmen, Konfigurationen zu verwalten oder auf sensible Daten zuzugreifen. Zu diesen Konten gehören Systemadministratoren, Root-Benutzer und einige DevOps- oder Dienstkonten.

Was ist der Unterschied zwischen IAM und PAM?
IAM verwaltet Benutzeridentitäten und den allgemeinen Zugriff. PAM konzentriert sich auf einen Teilbereich von IAM, der den Zugriff für risikoreiche oder hochprivilegierte Konten steuert, überwacht und begrenzt.

Warum ist PAM wichtig für die Sicherheit?
PAM ist wichtig für die Sicherheit, da privilegierte Konten häufige Angriffsziele sind. PAM begrenzt die Dauer des Zugriffs auf diese Konten, protokolliert deren Aktivitäten und setzt das Least-Privilege-Prinzip durch, um das Risiko von Sicherheitsverletzungen zu reduzieren.

Wie funktioniert Just-in-Time (JIT)-Zugang?
JIT- Zugriff gewährt Benutzern nur bei Bedarf vorübergehenden privilegierten Zugriff. Der Zugriff erlischt automatisch nach Abschluss der Aufgabe, wodurch die Gefahr eines Missbrauchs von vergessenen Berechtigungen verringert wird.

Wie kann PAM die Compliance unterstützen?
PAM hilft dabei, Zugriffskontrollen durchzusetzen, Audit Trails aufrechtzuerhalten und die Ausuferung von Privilegien zu reduzieren – Funktionen, die viele Compliance-Vorschriften verlangen.

Brauche ich PAM für Cloud-Umgebungen?
Ja, Sie brauchen PAM für die Cloud. In Cloud- und Hybrid-Konfigurationen erstrecken sich Berechtigungen häufig auf mehrere Dienste und Rollen. PAM hilft Ihnen, diese Rollen konsistent zu verwalten und zu überwachen, insbesondere in komplexen Umgebungen wie AWS, Azure und Kubernetes.

Möchten Sie die Risiken von privilegiertem Zugriff in Ihrer gesamten Umgebung reduzieren? Fordern Sie eine Demo von Tenable Identity Exposure an und erfahren Sie, wie Sie überprivilegierte Konten identifizieren und die Rechtevergabe nach dem Least-Privilege-Prinzip automatisieren können.

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